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Wissen
Hier finden Sie Informationen rund um das Leben mit HIV. Themen aus den Bereichen Medizin, Alltägliches und Recht kurz und bündig erklärt. Fehlt ein Thema? Kontaktieren Sie uns via Formular und melden Sie uns Ihr Anliegen.
Was die Diagnose HIV mit einem macht
Einen positiven HIV-Test zu akzeptieren ist ein Prozess. Einfach ist das für kaum jemanden. Hat man HIV aber einmal als Teil seines Lebens akzeptiert, kann das sogar befreiend sein. Viele Betroffene gewinnen eine Community, eine neue Selbstwertschätzung und eine frische Perspektive aufs Leben.
Der Positivrat Schweiz hat sich Anfang Jahr zu einer Retraite ins Lassalle-Haus am Zugersee zurückgezogen. Die Aids-Hilfe Schweiz hat mit der Unterstützung aus ihrem Strategiefonds dieses Meeting ermöglicht.
Beim Verfassen dieses Artikels stellt sich mir die Frage, auf welcher Grundlage ich das Thema überhaupt anschneiden kann. Die ersten sieben Jahre meines Lebens mit HIV waren grossteils geprägt von Schweigen, Kraft- und Energieverschleiss, Verheimlichung, vorauseilenden Ängsten sowie ausnehmend heimtückischen Auswirkungen auf meine psychische Gesundheit.
Krank, Kontaminier, AIDS, infiziert... Das Gewicht der Worte
Wenn es um HIV geht, ist es leider üblich, dass der Diskurs von Negativität und Ungenauigkeiten geprägt ist. Zum Beispiel besteht eine anhaltende Verwirrung zwischen HIV und AIDS, und oft wird von «Infektion» gesprochen (ein Begriff, der, wie wir uns erinnern, von «infizieren» abgeleitet ist), während die Übertragungswege häufig unter dem Begriff «Kontamination» erwähnt werden.
Heute ist ein gesundes und langes Leben mit HIV bei frühzeitiger Diagnosestellung und darauffolgender Behandlung und Therapie ohne Probleme möglich. Dieses Wissen ist in der Bevölkerung noch nicht verbreitet, sondern es herrschen viele Vorurteile gegenüber Menschen
mit HIV. Dies macht es nicht einfach, über eine HIV-Infektion zu sprechen. Im Folgenden werden verschiedene Themen aufgeführt, bei denen Psychotherapie unterstützend wirken kann. Es geht auch darum, wann und mit wem man wie über seine Diagnose sprechen kann.
Die richtige ärztliche Fachperson zu finden, ist sehr wichtig. Nur ein:e HIV-Spezialist:in kann den Verlauf der HIV-Infektion einschätzen und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Medikamente auswählen.
Sie haben vor Kurzem erfahren, dass Sie mit HIV leben? Diese Diagnose löst bei vielen Menschen erst einmal einen Schock aus. Heute zählt HIV dank der HIV-Medikamente zu den gut behandelbaren chronischen Infektionen.
Der Abschluss einer Krankenversicherung ist obligatorisch. Diese obligatorische Grundversicherung deckt alle Kosten, die für die Behandlung von HIV notwendig sind.
Einige Länder besitzen Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über diese Einschränkungen und nehmen Sie genügend Medikamente mit. Es ist wichtig, dass Sie wissen, welche Impfungen Sie benötigen und wie Sie im Ausland krankenversichert sind.
Die meisten Menschen mit HIV haben unter antiretroviraler Therapie eine nahezu normale Lebenserwartung. Damit ist der generelle Ausschluss von Menschen mit HIV aus der Lebensversicherung nicht mehr länger gerechtfertigt.
Wem eine krankheitsbedingte Erwerbsunfähigkeit droht oder wer ganz oder teilweise erwerbsunfähig wird, hat Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (IV).
Wie kann ich eine:n mit HIV lebende:n Mitarbeiter:in unterstützen? Wer muss wissen, dass eine Mitarbeiter:in mit HIV lebt? Hier finden sie alles, was Sie als Arbeitgeber:in über HIV am Arbeitsplatz wissen müssen.
Die Arbeitsfähigkeit wird durch die HIV-Infektion oft nicht beeinträchtigt und es gibt keine Berufe, die Menschen mit HIV aufgrund ihrer Diagnose nicht ausüben dürften.
Wer unter wirksamer Therapie ist, wer geschützten Sex praktiziert oder wer seine:n Sexualpartner:in über die HIV-Infektion informiert, macht sich heute nicht mehr strafbar.
Für Menschen mit HIV ist der Schutz der Privatsphäre von besonderer Bedeutung. Sie werden noch immer in verschiedenen Lebensbereichen mit Diskriminierungen konfrontiert und möchten Gesundheitsdaten deshalb häufig nur bekanntgeben, wenn es zwingend notwendig ist.
Eine HIV-Infektion ist kein Grund, auf Kinder zu verzichten. Durch die antiretrovirale Therapie sind die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Menschen mit HIV stark gestiegen. Und das Risiko einer Übertragung auf den Partner oder die Partnerin und das Baby lässt sich fast immer verhindern.
Die Diagnose «HIV-positiv» bedeutet nicht, dass Sie auf Beziehungen und Sex verzichten müssen. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre:n Partner:in vor einer HIV-Übertragung schützen können.
Nach einer HIV-Diagnose kann es sinnvoll sein, Ihre:n Sexualpartner:innen über die Diagnose zu informieren. Diese können sich testen lassen und falls nötig rechtzeitig in Behandlung begeben. So verhindern Sie, dass die Infektion unwissentlich weitergegeben wird.
Regelmässige ärztliche Kontrollen sind für Menschen mit HIV wichtig. Sie dienen der Beurteilung des Gesundheitszustands, des Verlaufs der HIV-Infektion und der Wirksamkeit der Therapie.
Menschen mit HIV sind grundsätzlich nicht mehr ansteckend, wenn sie ihre HIV-Therapie nach Plan befolgen und wenn ihre Virenlast nicht mehr nachweisbar ist. Sie können also ungeschützten Sex haben, ohne zu befürchten, dass sie ihre:n Partner:in anstecken.
Das HI-Virus greift das Immunsystem an und schwächt dieses über einen langen Zeitraum. Dadurch kann das Immunsystem seine Aufgabe – die Abwehr von Krankheitserregern – nicht mehr richtig wahrnehmen.
Eine HIV-Diagnose bedeutet nicht, dass Sie schon an Aids leiden oder sicher an Aids erkranken werden. Aber sie bedeutet, dass Sie Massnahmen zum Schutz Ihrer Gesundheit und der Gesundheit Ihres Partners oder Ihrer Partnerin treffen müssen.